Gemeinsam in ein neues Leben starten

26.03.2019

Psychische Erkrankungen bedeuten häufig das Aus im Job. Doch mit der richtigen Beratung entstehen neue Möglichkeiten. Die Experten dafür werden jetzt vom Beruflichen Trainingszentrum Rhein-Neckar weitergebildet.


Die Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung zur Beruflichen Rehabilitationsfachkraft mit Prof. Dr. Beate Muschalla (3.v.r.) und BTZ-Geschäftsführer Franz-Thomas Gann (6.v.l.).

Von 100 auf null, und das mitten im Leben: Fast jede zweite Frührente hat inzwischen psychische Ursachen, zeigen Daten der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Betroffenen sind im Schnitt erst 49 Jahre alt. Dabei könnte ihnen geholfen werden, bevor es dazu kommt.

„Die Erfahrung zeigt: Mit einem Mix aus beruflichem Training und psychosozialer Begleitung kann der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben gelingen“, sagt Franz-Thomas Gann, Geschäftsführer des Beruflichen Trainingszentrums (BTZ) Rhein-Neckar der SRH in Wiesloch. Das Unternehmen unterstützt Menschen nach psychischen Erkrankungen dabei, beruflich wieder Fuß zu fassen.

Um Fachkräfte für diese Aufgabe noch besser vorzubereiten, hat das BTZ die Fortbildung zur „Berufliche Rehabilitationsfachkraft“ entwickelt. Mit ihr können sich etwa berufliche Trainer oder Coaches gezielt für die Unterstützung von Menschen nach psychischen Erkrankungen weiterbilden. Der erste Jahrgang hat im Februar 2019 erfolgreich abgeschlossen. Die Absolventinnen und Absolventen wurden am Freitag (22. Februar) in einer Feierstunde geehrt.

„Sie brauchen spezielles Fachwissen und einen Blick für die Bedürfnisse der Betroffenen, um sie erfolgreich beim beruflichen Einstieg zu beraten. Der Bedarf ist groß. So entstand die Idee, diesen Zertifikatslehrgang zu entwickeln“, erläuterte Gann. Das berufsbegleitende Angebot wurde mit der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera entworfen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich an drei Wochenenden intensiv mit den Voraussetzungen und Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation auseinandergesetzt, etwa dem Bundesteilhabegesetz, wie man berufliche Bildungsangebote erfolgreich durchführt oder wie Menschen mit Einschränkungen bei der Bewerbung unterstützt werden.

„Sie waren eine sehr diskussionsfreudige Gruppe, Ihre vielen Praxisbeispiele haben den Erfahrungsaustausch bereichert“, sagte Dr. Beate Muschalla. Die Professorin an der SRH Hochschule hat die Fortbildung maßgeblich konzipiert. Sie übergibt die Durchführung nun an ihre Nachfolge. Franz-Thomas Gann dankte Prof. Muschalla herzlich für ihr Engagement.

Die Absolventen freuten sich über das neue Wissen: „Ich arbeite schon einige Jahre als berufliche Trainerin. Durch diese Fortbildung habe ich viele neue Impulse bekommen, zum Beispiel welche Möglichkeiten es gibt, Menschen besser beim Einstieg auf einen konkreten Arbeitsplatz zu unterstützen, sodass sie dort im Berufsalltag Sicherheit gewinnen“, sagte eine Teilnehmerin.

Der zweite Jahrgang ist im Februar gestartet. Künftig sind zwei Termine pro Jahr geplant. Mehr Informationen HIER.