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2020
02.06.2020 - News

„Gemeinsam können wir viel bewegen!“

Anna Goesmann fing gerade an, sich mit ihrer neuen Arbeit als Geschäftsführerin des Beruflichen Trainingszentrums (BTZ) Rhein-Neckar vertraut zu machen – dann kam Corona. Im Interview erzählt sie, wie sich das BTZ darauf eingestellt hat, was das Engagement der Mitarbeiter besonders macht und warum der Weg in Arbeit entscheidend sein kann, um nach einer Krise wieder Fuß zu fassen.

Foto: BTZ-Geschäftsführerin Anna Goesmann

Anna Goesmann verstärkt seit diesem Jahr die Geschäftsführung im BTZ. Foto: Sina Weiler/BTZ Rhein-Neckar

Frau Goesmann, was sind Ihre Eindrücke der ersten Wochen im BTZ?

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlebe ich als sehr engagiert. Das zeigt sich jetzt besonders deutlich in der Coronakrise: Wir wurden mit Warp-Antrieb ins digitale Zeitalter katapultiert und konnten feststellen, wo Online-Betreuung eine sinnvolle Ergänzung ist und wo der persönliche Kontakt nur schwer zu ersetzen ist, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der Integration zu unterstützen.

Wie unterstützen Sie mit den Kolleginnen und Kollegen die Teilnehmenden in der Krise?

Wir betreuen die Teilnehmer virtuell per GoToMeeting und E-Mail, aber auch per Telefon und Post. Den Teilnehmern geben die Aufgaben, die Tagesstrukturierung und die Gespräche mit ihrem Betreuer-Tandem viel Sicherheit, um gut durch die Krise zu kommen.

Im Januar kamen sie als Geschäftsführerin ins BTZ. Welche Erfahrung bringen Sie mit?

Ich war für den Caritasverband der Diözese Würzburg in einer Psychotherapeutischen Fachambulanz für Sexual- und Gewaltstraftäter tätig. Die Ambulanz habe ich 2011 mit aufgebaut und geleitet, mit zuletzt 25 Mitarbeitern. Diese Arbeit war eine große Herausforderung, doch wir konnten den Menschen und ihrem Umfeld immer wieder helfen, straffrei zu leben und neue Straftaten zu verhindern. Davor habe ich in einer psychiatrischen Klinik auf einer Akutstation gearbeitet. Aus der Zeit kenne ich die Wege, durch die die BTZ-Teilnehmer zu uns kommen.

Was macht das Angebot des BTZ besonders?

Im BTZ arbeiten wir im Tandem aus beruflicher und psychosozialer Unterstützung mit den Teilnehmern auf ein Ziel hin: Welche Lösung finden wir für den Einzelnen? Der Weg in Arbeit stärkt das Selbstwertgefühl und wird zum Weg in die Gemeinschaft und Gesellschaft. Ich finde es sehr wertvoll, daran mitzuwirken. Genau dafür bin ich Therapeutin geworden: Um anderen auf ihren Weg zu helfen. Denn jede Veränderung braucht Zeit. Die können wir den Teilnehmern im BTZ geben.

Was müssen Angebote Richtung Beruf aus Ihrer Sicht heute leisten, um Menschen nach psychischen Erkrankungen adäquat zu unterstützen?

Entscheidend ist: Die Betroffenen sind immer kürzer in der Klinik und benötigen im Anschluss mehr Unterstützung, etwa durch Vorbereitung auf eine berufliche Reha oder zum Wiedereinstieg am Arbeitsplatz. Das macht Programme wie unser „First Step“ so wichtig: Betroffene müssen nach der Klinik wieder eine Tagesstruktur bekommen. So können sie sich darauf vorbereiten, in Alltag und im Beruf wieder einzusteigen.

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Christian Haas

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